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Untersuchung der Internetnutzung in Deutschland

Die Bedeutung barriererfreier Webseiten wird zukünftig weiter zunehmen.

Untersuchung der Internetnutzung in Deutschland  in den Jahren 1997 bis 2008, unter besonderer Berücksichtigung des Alters.

Immer mehr ältere Menschen nutzen das Internet. Auch in Zukunft wird der Anteil der älteren Internet-User (gerne als Silversurfer bezeichnet) weiter zunehmen. Barrierefreie Webseiten helfen dieser Bevölkerungsgruppe, Online-Angebote wahrzunehmen. Es wird also zukünftig also immer wichtiger, dass Webseiten auch von älteren Besuchern genutzt werden können.

Größter Zuwachs bei der älteren Generation

In der ARD-Onlinestudie von 1997 und ARD/ZDF-Onlinestudien 1998–2008 wurde untersucht, wie sich das Online-Verhalten in Deutschland entwickelte. Während in den ersten Jahren der Untersuchung vor allem jüngere Befragte das Internet nutzten,  haben in den letzten Jahren auch immer mehr ältere Menschen das World Wide Web für sich entdeckt.

Inzwischen nutzen fast 65% der Befragten zwischen 50 und 59 Jahren regelmäßig Online-Angebote, immerhin jeder vierte Befragte über 60 Jahren hat einen Internetanschluss, Tendenz weiter steigend.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Ein wichtiger Punkt ist der Abbau technischer Barrieren, sodass inzwischen auch den ältere Internetnutzer ohne größere Probleme surfen können. Die gefallenen Kosten für einen Internetanschluss spielen bei dieser Entwicklung ebenfalls eine Rolle. Durch die demografische Entwicklung der deutschen Bevölkerung (es wird zukünftig im Verhältnis immer mehr alte Menschen durch die steigende Lebenserwartung und Rückgang der Geburtenzahlen geben) ist ein Ende dieser Tendenz nicht zu erwarten.
 

Kritische Anmerkungen zu der Interpretation der Untersuchungsergebnisse


Bei den Interpretationen der Untersuchungsergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudien in anderen Veröffentlichungen werden oft mehrere Aspekte nicht berücksichtigt. Bei der Untersuchung handelt es sich um so genannte Querschnittstudien, zu bestimmten Zeitpunkten werden Menschen befragt und der „Ist-Zustand“ fließt in die Untersuchungsergebnisse ein. Es wird beispielsweise die Frage gestellt: „Haben Sie einen Internetanschluss?“ Die Antworten werden statistisch auf den Befragungszeitpunkt bezogen: Im Jahr X hatten eine bestimmte Anzahl an Befragten einen Anschluss. Es werden keinerlei Entwicklungen der Befragten über den Untersuchungszeitraum berücksichtigt, wie es bei Längsschnitt-Untersuchungen der Fall wäre. Dieses verleitet dazu, die Untersuchungsergebnisse falsch zu bewerten.

Befragte, die beispielsweise 2008 im Alter von 50 – 59 Jahren angaben, dass sie einen Internetanschluss besitzen, waren 1997, zum Beginn der Untersuchung, 39 – 48 Jahre alt. Sie gehörten also zu dem damaligen Zeitpunkt zu den Altersgruppen, bei denen ein Internetanschluss wesentlich wahrscheinlicher vorhanden war als bei älteren Befragten. Es ist davon auszugehen, dass die Mehrheit dieser Befragten den Internetanschluss im Laufe der Jahre beibehalten haben und die Steigerung der Online-Anschlüsse in den höheren Altersgruppen zum großen Teil deshalb zustande kommt, dass eine Vielzahl der Anschlüsse bereits in früheren Jahren getätigt wurden.

Die Interpretation der Ergebnisse ist also in dem Sinne korrekt, dass es immer mehr ältere Internetnutzer gibt. Diese besitzen aber unter Umständen schon lange einen Online-Anschluss. Die Aussage,  dass es in den letzten Jahren immer mehr ältere Menschen gibt, die sich für einen Anschluss entscheiden, kann man also nicht ohne weiteres treffen.